EU verordnet eine Geräuschpflicht

Mit der lautlosen E-Auto-Fahrt ist ab 2019 Schluss, zum Schutz der Fussgänger müssen Elektroautos bis zu einem Tempo von 20 km/h ein Warngeräusch von sich geben.

 

Grund ist eine neue Verordnung des Europäischen Parlaments. Bis zum 1. Juli 2019 muss in neuen Typen von Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen ein akustisches Warnsignal (Acoustic Vehicle Alerting Systems, kurz AVAS) zum Schutz von Fussgängern installiert sein.

System kann deaktiviert werden

Die Verordnung regelt im Weiteren den Geschwindigkeitsbereich. So muss das AVAS im Geschwindigkeitsbereich zwischen dem Anfahren und 20 Kilometer pro Stunde sowie beim Rückwärtsfahren automatisch aktiv sein. Warum nur bis Tempo 20? Weil ab höheren Geschwindigkeiten die Abrollgeräusche der Reifen hörbar werden. Interessant ist, dass es einen leicht zu erreichbaren Schalter geben muss, der die Aktivierung beziehungsweise Deaktivierung ermöglicht. Das AVAS muss aber beim Neustart des Fahrzeugs automatisch aktiviert sein.

Schwammige Vorgaben

Das Geräusch selbst muss mit dem eines mit einem Verbrennungsmotor ausgestatteten Fahrzeugs der gleichen Klasse vergleichbar sein, heisst es. Wie schon die Designs der Karosserien sollen sich auch die Designs der AVAS-Klänge von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. Werden also Elektrosportwagen aufdringlich und Kleinwagen sanft vor sich hin summen? Schöne neue Welt.

USA rechnen die Kosten vor

Das AVAS-Thema betrifft auch die USA. Laut der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) liessen sich pro Jahr 2400 Fussgängerunfälle mithilfe der AVAS-Technologie verhindern. Schätzungen der NHTSA nach entstehen den Autoherstellern pro Jahr rund 39 Millionen Dollar Mehrkosten. Werden der Sicherheitseffekt und die eingesparten Unfallkosten dagegen gerechnet, soll AVAS wiederum bis zu 300 Millionen Dollar pro Jahr Nutzen bringen.

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